Im fachpraktischen Unterricht der Ausbildung zum Notfallsanitäter oder zur Notfallsanitäterin werden neben bewährten Maßnahmen zunehmend auch moderne diagnostische und interventionelle Verfahren vermittelt, die im rettungsdienstlichen Alltag immer mehr an Bedeutung gewinnen. Ein besonders spannendes Themenfeld stellt hierbei die präklinische Sonographie dar.

Daher widmeten sich unsere Auszubildenden im 3. Lehrjahr intensiv dem Thema „Ultraschall im Rettungsdienst“. Ein hochkomplexes Thema? Vielleicht – aber vor allem eines, das durch praktisches Arbeiten schnell greifbar wird. Im Fokus standen dabei insbesondere zwei zentrale Anwendungsbereiche: die Beurteilung eines möglichen Volumenmangels, beispielsweise im Rahmen eines Schockgeschehens, sowie die ultraschallgestützte Anlage eines venösen Zugangs bei schwierigem Gefäßstatus. Denn klar ist: Der Rettungsdiensteinsatz erfordert schnelles, strukturiertes Denken unter Zeitdruck. Und Ultraschall kann bei der Entscheidungsfindung schnell helfen!

Im ersten Teil lag der Schwerpunkt auf der Einschätzung des Volumenstatus. Mittels Ultraschall untersuchten die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung die Vena cava inferior und beurteilten deren Füllungszustand und Atemvariabilität. Wie sieht eine normale untere Hohlvene aus? Wie verändert sie sich beim Volumenmangel?

Der zweite Teil widmete sich einer besonders praxisrelevanten Herausforderung: dem Legen eines venösen Zugangs bei schlechten Punktionsverhältnissen. Mithilfe der Ultraschallgeräte trainierten die Auszubildenden die gezielte Darstellung von Gefäßen sowie die sichere Punktion unter Sicht. Anfangs noch ungewohnt, gelang es bereits nach kurzer Zeit, die Nadel kontrolliert im Ultraschallbild zu verfolgen und erfolgreich einen Zugang zu platzieren – eine Fähigkeit, die im späteren Berufsalltag einen entscheidenden Unterschied machen kann.

Begleitet wurden die praktischen Übungen von Michael Sudau, Arzt an der Universitätsmedizin in Greifswald. Die Integration der Sonographie in die Ausbildung zeigt eindrucksvoll, wie sich das Berufsbild des Notfallsanitäters stetig weiterentwickelt – hin zu noch mehr diagnostischer Kompetenz und Handlungssicherheit im Einsatz.