Eine Delegation des RBB Greifswald besuchte Anfang Oktober den Berufsschulcampus Unstrut-Hainich. „Wir können offen über die Herausforderungen sprechen und gemeinsam Lösungen entwickeln“, beschreibt Cornelia Kropedlowski einen wichtigen Grundgedanken der Zusammenarbeit. Denn die Herausforderungen, vor denen berufliche Schulen stehen, ähneln sich, auch wenn die Rahmenbedingungen in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern unterschiedlich sind. Im gemeinsamen Gespräch entstehen neue Perspektiven, Ideen werden weitergegeben und erfolgreiche Ansätze können an anderer Stelle aufgegriffen und weiterentwickelt werden. So nahm Schulleiter Jens Ritter die Idee des Jahrbuches mit, während sich Cornelia Kropidlowski von den Organisationsstrukturen inspirieren ließ.
Die Kooperation zwischen dem Berufsschulcampus Unstrut-Hainich und dem Regionalen Beruflichen Bildungszentrum (RBB) Greifswald entstand 2022. Ausgangspunkt war die Entwicklung der Notfallsanitäterausbildung am RBB Greifswald, die maßgeblich durch Frau Brunne initiiert und vorangetrieben wurde.
Seitdem verbindet die beiden Schulstandorte weit mehr als ein gemeinsames Bildungsprojekt. Es ist ein Austausch entstanden, der von gegenseitiger Wertschätzung und der Bereitschaft lebt, voneinander zu lernen. Dabei bleibt der Austausch nicht auf strategische Fragen beschränkt. Er findet ganz konkret dort statt, wo Schule gestaltet und berufliche Bildung gelebt wird.
Oberstudienrat Marc Grabe gab Einblicke in die Labore und Arbeitsbereiche verschiedener Fachrichtungen der Abteilung „Technik und Mobilität“. Für den Greifswalder Kollegen Sebastian Hoffmann war insbesondere der Einblick in die Arbeit des Prüfungsausschusses interessant. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die Frage, wie Prüfungen organisiert und durchgeführt werden, sondern auch der Austausch über bestehende Netzwerke und die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Expertinnen und Experten.
Gerade diese Verbindungen zur Praxis sind ein wichtiger Bestandteil beruflicher Bildung. Der Austausch mit Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen erweitert die fachliche Expertise, bringt aktuelle Erfahrungen aus der Arbeitswelt in die Schule und schafft zugleich neue Möglichkeiten für Kooperationen.
Genau darin liegt der besondere Wert dieses Austausches. Über Ländergrenzen hinweg werden Erfahrungen geteilt, Herausforderungen gemeinsam betrachtet und neue Ideen entwickelt.
Aus einer Kooperation, die mit der Entwicklung der Notfallsanitäterausbildung begann, ist so eine lebendige Partnerschaft entstanden, die von Menschen getragen wird, die Schule gestalten und bereit sind, über den eigenen Standort hinauszuschauen.













