Die angehenden Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter unseres zweiten Lehrjahres haben den Theorieunterricht kurzerhand auf den Schulhof verlegt. Auf dem Lehrplan stand ein zentrales, aber komplexes Thema der Kardiologie: Die elektrische Erregungsleitung des Herzens und die Entstehung von Blockbildern im EKG.
​Statt nur auf Lehrbuchgrafiken zu schauen, zeichneten die Schülerinnen und Schüler ein riesiges, begehbares Modell des menschlichen Herzens mit Straßenkreide auf den Asphalt. Danach hieß es: Ab auf die Bahn! Schritt für Schritt lief die Klasse den Weg des elektrischen Impulses ab – vom Sinusknoten über den AV-Knoten und das His-Bündel bis hin zu den Tawara-Schenkeln und den Purkinje-Fasern.
​Das Highlight der Aktion: Um Reizleitungsstörungen greifbar zu machen, simulierten die Lernenden physisch verschiedene Blockbilder. Was passiert mit dem Signalfluss, wenn der rechte Tawara-Schenkel blockiert ist (Rechtsschenkelblock)? Wie verändert sich die Weiterleitung bei unterschiedlichen AV-Blöcken?
Erstellen der Arbeitsgrundlage zur Erregungsleitung am Herzen
​Durch das eigene Ablaufen und Verlangsamen der Wege wurde sofort verständlich, warum sich die elektrischen Vektoren verändern – und wie genau dadurch die typischen Zacken und Wellen im EKG-Bild entstehen. Das Lernen am Experiment zeigt, dass sich praxisnahe Notfallmedizin am besten mit Kopf, Herz und voller Körpereinsatz verstehen lässt.