Im Rahmen des Erasmus + Projektes habe ich mein Praktikum in der südschwedischen Stadt Lund verbracht. Lund ist eine Universitätsstadt mit ca. 90.000 Einwohnern und sie ist ebenfalls eine Partnerstadt von Greifswald.

Die Altstadt besteht aus Kopfsteinpflasterstraße, kleinen Geschäften und alten Häusern und beheimatet die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt Lund.

Für elf Tage durfte ich einen Blick in die Arbeit der Stadtmarketing/ Tourismusfirma der Stadt werfen. VisitLund AB ist ein Unternehmen, das sich aus mehreren Bereichen zusammensetzt. Die beiden größten Bereiche sind der Tourismus und die Eventorganisation. Ich habe meine Zeit im
Tourismusbereich verbracht.

Als ich am 13.06.2022 ankam, wurde ich sehr herzlich begrüßt und empfangen. Ich lernte meine Betreuerin Jenny und den Großteil der anderen Mitarbeiter kennen. In einem ersten Gespräch unterhielten wir uns als über die Arbeit von VisitLund AB. Dort erfuhr ich den größten Unterschied zu meiner Arbeitsstelle und VisitLund AB. Mit der Corona Pandemie machte sich das Unternehmen Gedanken darüber wie sie ihre Art zu Arbeiten ändern können, da die Besucherzahlen in der Information zurückgingen und sich das Offenhalten nicht mehr gelohnt hat. Also wurden Veränderungen durchgeführt und nun gibt es in Lund keine typische Touristeninformation mehr. Die Touristinfo wurde ins Büro verlegt. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter nicht mehr an einem Tresen stehen und dort zu erreichen sind, wie es bei uns üblich ist, sondern dass sie zu bestimmten Zeiten telefonisch und online (per Mail, SocialMedia oder über den Chat auf ihrer Website) zu erreichen sind und dort Fragen beantworten, Auskünfte geben und Tickets für Veranstaltungen verkaufen. Durch diese Information realisierte ich schnell, dass es ein ganz anderes arbeiten werden würde, wie ich es kenne.

Meine erste und größte Aufgabe, die mich auch die gesamten Tage immer mal wieder begleitete, war der Flyer Lund till food oder auf Deutsch Lund zu Fuß. Dieser Flyer sollte von mir in die App der Stadt als Rundgang eingetragen werden. Also war meine erste Handlung diesen Flyer und seine 12 Stationen einmal selbst abzulaufen, um ein Gefühl für die Stadt und die Route zu bekommen. Ebenfalls konnte ich gleich so für die Firma erforschen wie gut ein Tourist mit dem Flyer zurechtkommt und wie lange man tatsächlich für die Route braucht. Die Tour ermöglichte mir die Stadt kennenzulernen und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu sehen. Recht schnell ging es weiter und ich wurde sehr in den Ablauf der Firma eingeschlossen. So durfte ich an mehreren Meetings teilnehmen, die teilweise für mich auf Englisch gehalten wurde. In einem Meeting bekam ich eine Einführung in die App, in der der Flyer Lund zu Fuß eingetragen werden sollte. Der Großteil der Arbeit in der App bestand darin, die Locations des Flyers einzutragen, dazu zählten Texte, Bilder und der Standort. Nachdem das getan war, machte ich das gleiche für zwei andere Sprachen, Englisch und Schwedisch. Als letztes wurde dann die Tour erstellt und eine Wegführung eingefügt. Dies nahm einige Zeit in Anspruch, da ich gucken musste, wie ich die Touristen am besten laufen lasse, damit sie sich nicht verlaufen (so wie ich es am ersten Tag getan hatte.) Im Laufe meiner Zeit bei VisitLund AB fielen jedem noch Kleinigkeiten auf die geändert werden mussten. Diese Änderungen führte ich durch. Und um nochmal zu kontrollieren ob die Wegführung in der App richtig und sinnvoll war, begab ich mich nochmal mit der App auf den Weg.

In mehreren Meetings bekam ich dann Einblick in die Arbeitsweise z.B. war ich bei einem Meeting dabei wo der Begrüßungs-/Verhaltenskatalog für neue Mitarbeiter überarbeitet wurde. So bekam ich einen guten Einblick in die Arbeit die die Mitarbeiter machen. Ein weiteres Meeting und für mich gleichzeitig eine Idee die ich mitnehme, war ein Treffen wo die Mitarbeiter von VisitLund AB einen Vortrag über Lund gehalten haben, für neue Mitarbeiter in Hotels und Restaurants. Wenn Touristen Fragen stellen oder Empfehlungen möchten, können die Mitarbeiter durch die Präsentation diese beantworten. Da die meisten Mitarbeiter keine einheimischen sind, ist es ebenfalls praktisch um die Stadt kennenzulernen. Des Weiteren lernte ich die Art kennen, wie VisitLund AB in direkten Kontakt mit Touristen und Einheimischen tritt. Da es keine typische Touristinformation gibt, haben sie ein anderes System entwickelt. Es gibt InfoPoints in denen Flyer, Karten und Broschüren ausliegen und wo sich Touristen hinwenden können und es gibt das sogenannte Pop-Up. Das ist eine Skulptur mit integrierten Fächern für Flyer. Im Sommer steht das Team von VisitiLund AB jeden Tag ein paar Stunden an diesem Popup mit einem Lastenrad, gefüllt mit Flyern und kleinen Aufmerksamkeiten und Aktionen. Sie beantworten Fragen, führen Gespräche oder interagieren einfach mit den Besuchern. Dies war ebenfalls eine interessant Erfahrung und hat mir dann sofort wieder gezeigt wie unterschiedlich Tourismus funktionieren kann.

Eine weitere Aufgabe war das Vorbereiten und Verteilen von Flyern an den sogenannten InfPoints. In Bezug auf diese InfoPoints bekam ich auch noch die Aufgabe diese zu überprüfen und ein wenig zu testen. Ich sollte kontrollieren wie die Aufsteller aussehen und ob diese gut zusehen und erkennbar sind und ich sollte der Belegschaft ein paar Fragen stellen, um zu gucken wie gut sie weiterhelfen und ob alles so funktioniert wie es sich VisitLund AB vorstellt. Das Fazit war gut und ich war auch sehr zufrieden mit der Hilfe die ich bekommen habe. Ich wurde sehr gut ins Team integriert und durfte sogar an einer Fahrradtour teilnehmen die ein Teil der Belegschaft gemacht hat. Während dieser Tour ging es zum einen um die Teambildung und zum anderen darum den neuen Radweg kennenzulernen der erst seit kurzem fertiggestellt ist. Dieser Radweg soll zudem nächstes Jahr in die Flyer aufgenommen werden und so konnte man sich persönlich davon überzeugen ob das eine gute Tour ist, die Touristen nutzten können. VisitLund gab mir auch die Möglichkeit mich mit der örtlichen Kultur auseinander zu setzen. So konnte ich mehrere Museen kostenfrei besuchen z.B. das Freilichtmuseum Kulturen oder das Skizzenmuseum. Dafür war ich sehr dankbar, da ich so die Möglichkeit hatte einen besseren Eindruck von der Stadt und dem Tourismus zu bekommen und mich noch besser mit VisitLund und deren Arbeit auseinandersetzte zu können.

Mein Fazit ist, dass ich auf jeden Fall sehr viel gelernt habe. Alleine schon durch die komplett unterschiedliche Handhabung der Touristinformation. Ich habe gelernt, dass Tourismus auch anders geht und anders funktionieren kann. Ich habe auch viel über die südschwedische Kultur und das Leben gelernt. Ich konnte meine englisch Kenntnisse sehr gut nutzen und auffrischen, da dort niemand deutsch sprach und ich kein Wort schwedisch. Ich habe viel für mich selbst gelernt und nehme einige Ideen mit nachhause, wie Z.B. den Flyer Lund zu Fuß als Greifswald Variante oder die Präsentationen für die neuen Mitarbeiten von Hotels und Restaurants. Ich würde es jederzeit wieder machen und bin sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit bekommen habe. Ich hätte mir auch keinen besseren Praktikumsplatz vorstellen können.